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Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung

1. Grundsätze der Rechnungslegung

Rechnungslegungsstandard

Swiss GAAP FER 41 trat per 1. Januar 2012 für die Einzelabschlüsse der KVG-Krankenversicherer in Kraft. Die Sanitas Gruppe wendet diesen Standard in Verbindung mit Swiss GAAP FER 30 (Konsolidierung) für die finanzielle Berichterstattung bereits seit dem Geschäftsjahr 2011 an. Die konsolidierte Jahresrechnung wird unter Einhaltung folgender Grundsätze dargestellt:

–  Die Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, der Finanz- und der Ertragslage (true and fair view).
–  Die Swiss GAAP FER stellen ein Gesamtregelwerk dar. Es sind alle Standards integral angewendet worden.

Die Anwendung der Fachempfehlung Swiss GAAP FER durch die Sanitas Gruppe erfolgt freiwillig.

2. Konsolidierungsgrundsätze

Die nachfolgenden Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätze sind integraler Bestandteil des Finanzberichtes.

Konsolidierungskreis

In die Konzernrechnung einbezogen sind alle Unternehmen, welche durch die Sanitas Beteiligungen AG direkt oder indirekt kontrolliert werden. Kontrolle bedeutet die Möglichkeit der massgebenden Beeinflussung der finanziellen und operativen Geschäftstätigkeiten, um daraus entsprechenden Nutzen ziehen zu können. Dies ist üblicherweise der Fall, wenn die Sanitas Beteiligungen AG direkt oder indirekt mindestens 50 Prozent der Stimmrechte einer Gesellschaft besitzt. Erworbene Gesellschaften werden ab dem Datum der Übergabe der Kontrolle der Geschäftstätigkeiten an Sanitas und alle veräusserten Gesellschaften bis zum Veräusserungsdatum in die Konzernrechnung einbezogen bzw. davon ausgeschlossen. Somit präsentiert sich der Konsolidierungskreis der Sanitas Gruppe wie folgt (wo nichts anderes erwähnt, beträgt die Beteiligungsquote 100%):

Konsolidierungsmethode

Der Einbezug der Gesellschaften erfolgt nach der Methode der Vollkonsolidierung. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der angelsächsischen Methode (Purchase-Methode). Aktiven und Fremdkapital von erworbenen Gesellschaften werden auf den Zeitpunkt des Kontrollwechsels nach Konzerngrundsätzen neu bewertet. Mehr- und Minderwerte werden den betreffenden Bilanzpositionen zugeordnet, und die verbleibende Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem nach den Rechnungslegungsgrundsätzen der Gruppe ermittelten Eigenkapital, d.h. der Goodwill, wird über 5 Jahre abgeschrieben. Allfällige Beteiligungen von Dritten an voll konsolidierten Gesellschaften werden als Minderheit am Eigenkapital und am Erfolg separat ausgewiesen. Gesellschaften, an welchen Sanitas mit 20 bis und mit 50 Prozent beteiligt ist, werden nach der Equity-Methode zum anteiligen Eigenkapital bilanziert. Die übrigen Beteiligungen von weniger als 20 Prozent werden zum Marktwert bewertet und unter den Kapitalanlagen ausgewiesen. Der Marktwert berechnet sich nach der handelsrechtlichen Jahresrechnung unter Berücksichtigung der stillen Reserven. Die Bewertung erfolgt nach der Formel für die Berechnung des Unternehmenssteuerwertes. Es handelt sich dabei um folgende Gesellschaften:

–  Topwell-Apotheken AG, Winterthur
–  Europ Assistance (Suisse) Holding SA, Vernier
–  MediData AG, Root

Konsolidierungsstichtag

Für alle Unternehmen der Sanitas Gruppe ist der Abschlussstichtag der 31. Dezember.

Konzerninterne Beziehungen

Alle Geschäftsbeziehungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden in der Bilanz und in der Erfolgsrechnung stufengerecht eliminiert.

3. Bewertungsgrundsätze

Allgemeine Bewertungsgrundsätze

Die Bewertung aller Unternehmen wird nach einheitlichen, nachfolgend aufgeführten Grundsätzen vorgenommen. Für Bilanzpositionen, welche im Folgenden nicht explizit aufgeführt und beschrieben werden, erfolgt die Bewertung zu Marktwerten.

Fremdwährungen

Die Umrechnung fremder Währungen im Rahmen der Konsolidierung entfällt, da es in der Sanitas Gruppe keine Gesellschaften mit Fremdwährungsabschlüssen gibt. Die Umrechnungen von Fremdwährungspositionen erfolgen zu aktuellen Kursen am Jahresende.

Immaterielle Anlagen

Der Goodwill aus der Akquisition von Tochtergesellschaften und dem Zukauf von Versicherungsportfolios wird in der Regel über 5 Jahre, in begründeten Fällen über höchstens 20 Jahre, abgeschrieben. Der Goodwill wird zusätzlich jährlich auf dessen Werthaltigkeit überprüft. Die übrigen immateriellen Anlagen enthalten hauptsächlich Ausgaben für Projekte, welche in der Regel über 3 Jahre abgeschrieben werden.

Kapitalanlagen

Grundstücke und BautenDie Bewertung erfolgt zu Marktwerten nach der Discounted-Cashflow-Methode (DCF). Die Liegenschaften werden in einem 3-Jahres-Zyklus bewertet. Neu erworbene oder selbst gebaute Liegenschaften werden zu Anschaffungskosten bilanziert und erstmals nach 3 Jahren nach der DCF-Methode bewertet.

Festverzinsliche KapitalanlagenDarin enthalten sind Festgelder, Money Market Funds und Obligationen. Die Festgelder und Money Market Funds werden zu Marktwerten bewertet. Die Bewertung der Obligationen erfolgt nach der Amortized-Cost-Value-Methode, abzüglich der betriebsnotwendigen Wertberichtigung auf Positionen mit andauerndem Wertverlust. Die Bildung oder Auflösung der Wertberichtigung wird unter Erfolg aus Kapitalanlagen ausgewiesen.

Aktien und ähnliche AnlagenDie Bewertung erfolgt zu Marktwerten. Alle Veränderungen werden über die Erfolgsrechnung erfasst.

DerivateDie Derivate werden zu Marktwerten bewertet. Zu den Derivaten gehören Devisentermin- und Optionskontrakte, Zertifikate auf Aktienindizes sowie Futures. Devisenterminkontrakte sowie Optionen werden sowohl zur Absicherung von Wechselkurs- und Marktpreisschwankungen wie auch zur effizienteren Bewirtschaftung (Erwerbsvorbereitung und Ertragsverbesserung) eingesetzt.

Darlehen und HypothekenDie Darlehen und Hypothekardarlehen werden zum Nominalwert abzüglich notwendiger Wertberichtigungen bilanziert.

Aktiven aus ArbeitgeberbeitragsreservenDie Arbeitgeberbeitragsreserven werden in der Konzernrechnung unter den Kapitalanlagen zum Nominalwert bilanziert. Liegt ein Verzicht auf die Verwendung der Arbeitgeberbeitragsreserven vor, erfolgt eine Wertberichtigung des bilanzierten Nominalwerts. Die Bildung und Auflösung der Wertberichtigung wird über den Personalaufwand erfasst.

Übrige Sachanlagen

Investitionen in Sachanlagen werden zum Anschaffungswert oder zum tieferen Nutzwert aktiviert und linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Dabei gelten folgende betriebswirtschaftliche Nutzungsdauern:

–  Mobiliar und Einrichtungen: 5 Jahre
–  Hardware und Software: 3 Jahre

Forderungen

Die Forderungen werden mit ihrem Nominalbetrag abzüglich Wertberichtigungen bilanziert.

Steuerrückstellungen

Die laufenden Steuern werden zum effektiven Steuersatz berechnet. Daraus resultierende Rückstellungen werden unter den passiven Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen. Die Abgrenzung der latenten Ertragssteuer basiert auf einer bilanzorientierten Sichtweise und ist mittels der Comprehensive-Liability-Methode (gültige oder zukünftig zu erwartende Steuersätze) berechnet worden. Aufgrund dieser Berechnungen resultiert für das Berichtsjahr ein Steuersatz von 22 Prozent.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die versicherungstechnischen Rückstellungen für das VVG-Geschäft werden aufgrund der von der FINMA per 1. Januar 2011 bewilligten Geschäftspläne ermittelt. Im KVG-Geschäft werden die Rückstellungen nach den selben Prinzipien festgelegt.

Rückstellungen für SchadenfälleDie Schadenrückstellungen inklusive der Rückstellungen für Schadenbearbeitungskosten werden nach anerkannten aktuariellen Methoden ermittelt. Es handelt sich bei den Rückstellungen um einen erwartungstreuen Schätzer der zukünftigen nicht diskontierten Zahlungen.

Alterungs- und Zügerrückstellungen Die Alterungsrückstellungen und die Rückstellungen aus Prämienabgeltungen für Züger werden nach dem Kapitalwertverfahren bestimmt. Die Alterungsrückstellung ergibt sich als Differenz zwischen dem Barwert der zukünftigen Leistungen und dem Barwert der zukünftigen Nettoprämien. Die Rückstellungen aus Prämienabgeltungen für Züger entsprechen dem Barwert der zukünftigen Prämienanteile aus den Abgeltungen. Die Berechnung erfolgt pro versicherte Person in Form einer direkt beginnenden jährlich vorschüssig zu zahlenden Leibrente. Die Mortalität wird der jeweils aktuellen Version der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Volkssterbetafel entnommen. Momentan ist dies die Tafel SM / SF 1998 / 2003. Die Stornowahrscheinlichkeit wird eingerechnet, und der Zinssatz beträgt 3 Prozent.

In den Alterungs- und Zügerrückstellungen sind die Alterungs- und Migrationsrückstellungen für die Produkte Halbprivat und Privat von Sanitas enthalten. Diese werden bis zum Erreichen des Niveaus von ordentlichen Alterungsrückstellungen nach einem mit der FINMA abgesprochenen und im Geschäftsplan bewilligten Verfahren geäufnet.

Family-Bonus Die Rückstellungen für Family-Bonus entsprechen den Treueprämien, welche die sich im Bestand befindenden Kinder per Ende des Jahres angespart haben.

Rückstellungen für ÜberschussbeteiligungenDie Rückstellungen für Überschussbeteiligungen entsprechen dem über die Berechnungsperiode aufgelaufenen Anteil an rückzuerstattenden Überschüssen.

Versicherungstechnische Schwankungs- und Sicherheitsrückstellungen Die versicherungstechnischen Schwankungs- und Sicherheitsrückstellungen des bestehenden Geschäfts werden für Unsicherheiten in der Bestimmung der versicherungstechnischen Rückstellungen und für die inhärenten Zufallsschwankungen in der Schadenabwicklung benötigt. Sie dienen dazu, ungünstige und vorteilhafte Entwicklungen der Leistungskosten aufzufangen, und werden unter Berücksichtigung der Diversifikation, der Grösse und der Struktur der Versicherungsportfolios gebildet und aufgelöst. Der Richtwert für die Schwankungsrückstellungen ist 10 Prozent des Prämienertrags des laufenden Jahres. Die obere Grenze für die Rückstellungen ist der Richtwert plus 25 Prozent, die untere Grenze ist null.

Verbindlichkeiten

Bei dieser Position handelt es sich vornehmlich um Verpflichtungen gegenüber Versicherten bzw. Leistungserbringern sowie um vorausfakturierte Prämien. Die Verbindlichkeiten werden zum Nominalbetrag bilanziert.

Rückstellungen für Risiken in den Kapitalanlagen

Die Rückstellung für Risiken in den Kapitalanlagen bildet die langfristigen Volatilitäten des Kapitalmarkts ab. Die Rückstellung bemisst sich am Gesamtportfolio und wird jedes Jahr überprüft. Die Zielrückstellung für Risiken in den Kapitalanlagen wird wie folgt berechnet:

–  10 Prozent auf dem Anschaffungswert der festverzinslichen Kapitalanlagen plus
–  20 Prozent auf dem Anschaffungswert der Aktien und ähnlicher Anlagen

Die Prozentsätze basieren auf Erfahrungswerten. Die Zielrückstellungen, welche auf Basis der Prozentsätze ermittelt wurden, liegen zwischen den Zielwerten, welche auf Basis des Expected Shortfall mit einem Konfidenzniveau von 95 Prozent und demjenigen mit einem Konfidenzniveau von 99 Prozent errechnet wurden.