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Sanitas Gruppe mit ausgezeichnetem Ergebnis und soliden Reserven

Die Sanitas Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2012 ein gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich verbessertes Ergebnis aus. Dazu beigetragen haben sowohl das Grundversicherungs- als auch das Zusatzversicherungsgeschäft, die beide gute versicherungstechnische Resultate erzielten. Auch das Finanzergebnis lag deutlich über den Erwartungen. Die Reservenquoten der Sanitas Gruppengesellschaften liegen über den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit.

Sanitas steigerte im Geschäftsjahr 2012 das Ergebnis auf 154,4 Mio. Franken, beinahe eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 79,4 Mio. Franken. Die erfreuliche Entwicklung ist auf gute versicherungstechnische Ergebnisse in der obligatorischen Grundversicherung (KVG) und insbesondere in der Zusatzversicherung (VVG) zurückzuführen. Im KVG lag diese Entwicklung im Rahmen der Erwartungen, im VVG wurden sie übertroffen. Das ausgezeichnete Finanzergebnis, welches ebenfalls über den Erwartungen lag, hat die Resultate zusätzlich positiv beeinflusst.

Wie im Vorjahr erfolgt der Abschluss der Sanitas Gruppe nach dem Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER 41 in Verbindung mit Swiss GAAP FER 30. Seit 2012 gilt in der Branche Swiss GAAP FER 41 verbindlich für die Einzelabschlüsse in der Grundversicherung.

Das Prämienvolumen der Sanitas Gruppe lag im Geschäftsjahr 2012 mit 2,495 Mrd. Franken nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau von 2,546 Mrd. Franken. Im KVG-Geschäft sanken die Prämien aufgrund des Versichertenabgangs im Vorjahr um 57 Mio. Franken von 1,846 Mrd. Franken auf 1,789 Mrd. Franken. Im VVG erhöhte sich das Prämienvolumen hingegen leicht von 699,5 Mio. Franken auf 706,3 Mio. Franken. Die Combined Ratio in der Grundversicherung betrug gute 97,8 Prozent, gegenüber 95,5 Prozent im Vorjahr. In der Zusatzversicherung verbesserte sich die Combined Ratio von 100,8 Prozent auf 93,2 Prozent.

Der Aufwand für die Zahlungen von medizinischen Leistungen lag im vergangenen Geschäftsjahr deutlich unter den budgetierten Werten. Der Verwaltungskostensatz im KVG-Geschäft verharrte bei ausgezeichneten 5,6 Prozent und blieb gegenüber dem Vorjahr stabil. Im VVG-Geschäft betrug der Verwaltungskostensatz 12,1 Prozent oder 85,7 Mio. Franken, gegenüber 10,5 Prozent oder 73,3 Mio. Franken im Vorjahr. Der gesamte Betriebsaufwand für eigene Rechnung der operativen Gesellschaften stieg um 4,8 Prozent von 178,0 Mio. Franken auf 186,5 Mio. Franken an. Konsolidiert über alle Gesellschaften beträgt der Betriebsaufwand für eigene Rechnung 183,0 Mio. Franken (Vorjahr 178,0 Mio. Franken).

Ausgezeichnetes Finanzergebnis

Der Wert der Kapitalanlagen der operativen Sanitas Gesellschaften erreichte im Berichtsjahr 2,278 Mrd. Franken. Die Performance auf dem Gesamtvermögen betrug erfreuliche 5 Prozent. Sowohl in der Grund- als auch in der Zusatzversicherung wurden sehr gute Ergebnisse erzielt. Das erlaubt es Sanitas, besonders im KVG-, aber auch im VVG-Bereich die Rückstellungen für Risiken in den Kapitalanlagen deutlich zu verstärken. Als Folge der rekordtiefen Zinssätze auf festverzinslichen Anlagen wurden die liquiden Mittel wegen mangelnder Anlagemöglichkeiten auf 413,5 Mio. Franken erhöht (Vorjahr 304,0 Mio. Franken).

Sanitas wird die Finanzmärkte weiterhin sehr eng beobachten und die in den Vorjahren eingeleitete defensive Anlagestrategie beibehalten. In allen Anlageklassen – Obligationen, Aktien, Immobilien und Übrige – werden Risiken systematisch tief gehalten und zudem laufend überprüft. So minimiert Sanitas die potenziellen Ausfallrisiken. Den saisonbedingten Schwankungen im Verlauf des Versicherungsgeschäfts trägt sie durch eine vorsichtige Liquiditätsplanung Rechnung.

Eigenkapitaldecke verstärkt, Reservenquote erhöht

Per 31. Dezember 2012 betrug das konsolidierte Eigenkapital der Sanitas Gruppe nach Swiss GAAP FER 41 543,9 Mio. Franken, nach 389,4 Mio. Franken zum Ende des Vorjahrs. In diesen Werten enthalten ist der Anstieg der KVG-Reserven auf ein Niveau von 17,3 Prozent. Damit liegen die Reservenquoten für alle Gruppengesellschaften über den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit. Für Sanitas beträgt die Reservenquote nun 14,5 Prozent, für Wincare 20,7 Prozent und für Compact 24,0 Prozent.

2012 führte das BAG den KVG-Solvenztest ein. Gemäss diesem Test müssen die neuen Reserveanforderungen bis ins Jahr 2017 erfüllt werden. Nach unseren Berechnungen erfüllen alle KVG-Gruppengesellschaften diese Vorgabe bereits heute. Für die Gesellschaften, die das Zusatzversicherungsgeschäft betreiben, gelten die Eigenkapitalanforderungen nach Solvenz 1 und die Vorgaben des SST. Beide VVG-Gesellschaften übertreffen die vorgegebenen Werte deutlich, was die FINMA für 2012 auch geprüft und bestätigt hat.

Sanitas Grundversicherungen AG (KVG)

Die Sanitas Grundversicherungen AG konnte 2012 an den positiven Geschäftsverlauf des Vorjahrs anknüpfen. Das Prämienvolumen vor konzerninterner Rückversicherung stieg um 18 Mio. Franken auf 1,028 Mrd. Franken. Grund dafür waren die per 1. Januar 2012 vorgenommenen Prämienanpassungen und der gewachsene Bestand. Allerdings nahmen auch die Bruttoleistungen zu, und zwar von 977,6 Mio. Franken auf 1012,5 Mio. Franken. Die Zahlungen an den Risikoausgleich gingen hingegen deutlich zurück und betrugen noch 47,5 Mio. Franken, nach 57,9 Mio. Franken im Vorjahr.

Der Kostensatz blieb gegenüber dem Vorjahr mit 5,6 Prozent auf tiefem Niveau stabil. Alle Erwartungen übertroffen hat das Finanzergebnis mit einem Anstieg von 4,9 Mio. Franken im Vorjahr auf 15,2 Mio. Franken. Das Rückversicherungsgeschäft mit den Gruppengesellschaften verlief 2012 noch leicht negativ. Die Reserven nahmen noch einmal deutlich zu auf das erfreuliche Niveau von 14,5 Prozent. Mit den per 1. Januar 2013 vorgenommenen moderaten Prämienerhöhungen im Rahmen der für 2013 erwarteten Teuerung und der dem Geschäft angemessenen Reservebasis zeichnet sich eine weitere Entspannung bei den Prämien ab.

Sanitas Privatversicherungen AG (VVG)

Für die Sanitas Privatversicherungen AG war 2012 versicherungstechnisch ein sehr gutes Jahr. Das Prämienvolumen stieg um rund 14,8 Mio. Franken von 479,4 Mio. Franken auf 494,2 Mio. Franken. Die Bruttoleistungen sanken – teilweise aufgrund der Änderungen in der Spitalfinanzierung – auf 365,0 Mio. Franken. Der Verwaltungskostensatz stieg hingegen um 3,1 Prozent auf neu 13,9 Prozent. Die Combined Ratio lag mit 97,0 Prozent auf einem ausgezeichneten Niveau und deutlich unter dem Vorjahreswert von 100,9 Prozent.

Auch das Finanzgeschäft der Sanitas Privatversicherungen AG entwickelte sich sehr positiv und übertraf die budgetierten Werte markant. Seit 2011 bilanziert die Sanitas Privatversicherungen AG nach dem von der FINMA per 1. Januar 2011 bewilligten Geschäftsplan. Dieser beschreibt die Bedingungen, unter welchen die Gesellschaft ihr Geschäft betreiben darf. Leider führten die Anforderungen an die Geschäftspläne bei einem Teil der halbprivat und privat versicherten Sanitas Kunden zu ausserordentlichen Prämienanpassungen. Die Sanitas Privatversicherungen AG konnte jedoch die Rückstellungen bei den entsprechenden Versicherungsbeständen deutlich ausbauen, sodass sie für die Zukunft sehr gut positioniert ist.

Wincare Versicherungen AG (KVG)

Die Wincare Versicherungen AG erzielte im Jahr 2012 ein sehr gutes Ergebnis und konnte ihre Reserven nochmals verstärken. Zwar sank das Prämienvolumen um 47,3 Mio. Franken von 716,9 Mio. Franken auf 669,6 Mio. Franken. Gleichzeitig gingen aber die Leistungen in einer ähnlichen Grössenordnung zurück. Die Zahlungen aus dem Risikoausgleich erhöhten sich von 161,2 Mio. Franken auf 164,4 Mio. Franken. Der Verwaltungskostensatz verharrte auf tiefen 5,6 Prozent.

Über den Erwartungen lag das Finanzergebnis, das mit 9,2 Mio. Franken allerdings nur leicht besser ausfiel als im ebenfalls guten Vorjahr. Die Sicherheitsreserven KVG betragen 138,7 Mio. Franken. Im Verhältnis zum tieferen Prämienvolumen betragen die Reserven nun 20,7 Prozent des Versicherungsertrags. Nach den zum Jahresbeginn 2013 durchgeführten moderaten Prämienerhöhungen dürfte dieser Wert auf dem nun erreichten Niveau gehalten werden.

Wincare Zusatzversicherungen AG (VVG)

Nach dem Verlust im Vorjahr als Folge des unbefriedigenden Finanzergebnisses resultierte bei der Wincare Zusatzversicherungen AG für 2012 ein glänzendes Ergebnis von 58,5 Mio. Franken. Das Prämienvolumen sank um rund 8 Mio. Franken, während die Versicherungsleistungen um etwa 42 Mio. Franken von 183,4 Mio. Franken auf 141,2 Mio. Franken zurückgingen. Der Verwaltungskostensatz sank im Berichtsjahr von tiefen 9,8 Prozent auf noch 8,0 Prozent. Die Combined Ratio erreichte ein sehr tiefes Niveau von 83,5 Prozent. Die Solvenz der Wincare Zusatzversicherungen AG verbesserte sich nochmals deutlich und erreicht einen hervorragenden Wert.

Compact Grundversicherungen AG (KVG)

Die Prämieneinnahmen der Compact Grundversicherungen AG sanken aufgrund der Kundenabgänge im Vorjahr von 119,9 Mio. Franken auf noch 91,1 Mio. Franken. Das versicherungstechnische Resultat fiel dank des tiefen Schadenaufwands pro Versicherten und der Rückversicherung mit der Sanitas Grundversicherungen AG erneut positiv aus. Die Verwaltungskosten konnten wiederum selbst finanziert werden, inklusive der Abschreibungen sowie einer Rückzahlung von vorfinanzierten Start-up-Kosten im Umfang von einer Million Franken. Mit 96,9 Prozent lag die Combined Ratio nach Rückversicherung nochmals tiefer als im Vorjahr.