• Print

Erfreuliches Gesamtergebnis der
Sanitas Gruppe

Sanitas weist für das Geschäftsjahr 2011 ein gegenüber 2010 deutlich verbessertes Gruppenergebnis aus. Entscheidend dazu beigetragen hat die Grundversicherung. Nicht realisierte Verluste an den Aktienmärkten haben ein noch besseres Ergebnis der Sanitas Gruppe verunmöglicht. Erfreulich ist, dass die Reservenquoten der Grundversicherungsgesellschaften deutlich erhöht werden konnten.

Sanitas erzielte im Geschäftsjahr 2011 ein sehr erfreuliches Ergebnis von 79,4 Mio.Franken, nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 26,7 Mio. Franken resultierte. Die positive Entwicklung ist vor allem auf ein stark verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis in der obligatorischen Grundversicherung (KVG) zurückzuführen. In der Zusatzversicherung (VVG) wurde wie erwartet technisch nur ein knapp genügendes Resultat erzielt. Nicht den Erwartungen entsprach das Finanzergebnis.

Erstmals erfolgt der Abschluss der Sanitas Gruppe nach dem neuen Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER 41 in Verbindung mit Swiss GAAP FER 30. Da es sich dabei um eine Erstanwendung handelt, wurden keine rückwirkenden Anpassungen der Erfolgsrechnungen durchgeführt. Die Vorjahreszahlen der Kennzahlen wurden dem neuen Standard angepasst und sind deshalb nur bedingt mit dem Geschäftsbericht des Vorjahres vergleichbar.

Das Prämienvolumen der Gruppe lag im Geschäftsjahr mit 2,546 Mrd. Franken 101 Mio. Franken über dem Vorjahresniveau von 2,445 Mrd. Franken. Im KVG stiegen die Prämien um über 70 Mio. Franken von 1,774 Mrd. Franken auf 1,846 Mrd. Franken an. Im VVG erhöhte sich das Prämienvolumen um 4,3 Prozent von 670,5 Mio. Franken auf 699,5 Mio. Franken. Die Combined Ratio in der Grundversicherung betrug ausgezeichnete 95,5 Prozent gegenüber noch knapp ungenügenden 101,4 Prozent im Vorjahr. In der Zusatzversicherung stieg die Combined Ratio von 100,5 Prozent auf 100,8 Prozent.

Der Aufwand für die Zahlungen von medizinischen Leistungen lag im vergangenen Geschäftsjahr im Rahmen der budgetierten Werte. Der Verwaltungskostensatz im KVG sank ein weiteres Mal von guten 5,9 Prozent auf noch bessere 5,7 Prozent und blieb stabil bei 104,7 Mio. Franken. Im VVG betrug der Verwaltungskostensatz 10,5 Prozent oder 73,3 Mio. Franken, gegenüber 11,9 Prozent oder 79,6 Mio. Franken im Vorjahr. Der gesamte Betriebsaufwand für eigene Rechnung der operativen Gesellschaften konnte mit 178,0 Mio. Franken gehalten werden (Vorjahr 176,6 Mio. Franken). Konsolidiert über alle Gesellschaften beträgt der Betriebsaufwand für eigene Rechnung 177,7 Mio. Franken (Vorjahr 198,2 Mio. Franken).

Ungenügendes Finanzergebnis

Der Wert der Kapitalanlagen der operativen Sanitas Gesellschaften erreichte im Berichtsjahr 2,089 Mrd. Franken. Die operationelle Performance (ohne nicht realisierte Gewinne und Verluste) auf dem Gesamtvermögen betrug 2,6 Prozent (Vorjahr: 3,0 Prozent). Weil an den Aktienmärkten Verluste anfielen, war die Gesamtperformance im Jahr 2011 jedoch negativ. Die Entwicklung in der Grundversicherung unterschied sich von jener der Zusatzversicherung. Der Grund liegt in der unterschiedlichen Zusammensetzung der Portfolios. Während im KVG das Anlagenergebnis mit 13,8 Mio. Franken positiv blieb, mussten im VVG aufgrund der gegenüber dem Vorjahr tieferen Aktienkurse beträchtliche Wertberichtigungen vorgenommen werden. Auch künftig gilt es, die Finanzmärkte sehr eng zu beobachten. Sanitas behält die bereits in den Vorjahren eingeleitete defensive Anlagestrategie vor allem im KVG bei. In allen Anlageklassen – Obligationen, Aktien, Liegenschaften und Übrige – werden die Risiken laufend geprüft und systematisch tief gehalten, um die potenziellen Ausfallrisiken zu minimieren. Den saisonbedingten Schwankungen im Verlauf des Versicherungsgeschäfts wird durch eine entsprechend vorsichtige Liquiditätsplanung Rechnung getragen.

Eigenkapitaldecke verbessert, Reservenquote erhöht

Per 31. Dezember 2011 stieg das konsolidierte Eigenkapital der Sanitas Gruppe nach Swiss GAAP FER 41 von 310,0 Mio. Franken auf 389,4 Mio. Franken. In diesen Werten enthalten ist der Anstieg der Reserven auf ein Niveau von 13,1 Prozent. Damit haben Sanitas und Wincare die gemäss den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit anvisierten Reservenquoten per 31. Dezember 2011 wie geplant erreicht. Für Sanitas beträgt die Reservenquote nun 12,2 Prozent, für Wincare 14,2 Prozent und für Compact 14,4 Prozent.

Sanitas Grundversicherungen AG (KVG)

Die Sanitas Grundversicherungen AG verzeichnete einen positiven Geschäftsverlauf. Das Prämienvolumen vor konzerninterner Rückversicherung stieg deutlich um beinahe 40 Mio. Franken auf 1,010 Mrd. Franken. Grund dafür waren die per 1. Januar 2011 vorgenommenen Prämienanpassungen. Erfreulicherweise stiegen die Versicherungsleistungen abzüglich der Kostenbeteiligungen der Versicherten weniger stark an. Sie nahmen nur um 32 Mio. Franken zu, von 799,2 Mio. Franken auf 830,9 Mio. Franken. Die Zahlungen an den Risikoausgleich gingen deutlich zurück und betrugen noch 57,9 Mio. Franken, nach 104,2 Mio. Franken im Vorjahr.

Der Kostensatz konnte erfreulicherweise wie bereits im Vorjahr weiter gesenkt werden. Er reduzierte sich von bereits tiefen 5,9 Prozent der Prämieneinnahmen auf ausgezeichnete 5,5 Prozent. Nach zwei ausserordentlich guten Vorjahren, in denen aufgrund des starken Kursanstiegs des Aktienportefeuilles ein Finanzergebnis von 10,6 Mio. Franken (2010) und 25,8 Mio. Franken (2009) resultierte, erzielte die Sanitas Grundversicherungen AG im Geschäftsjahr erneut ein gutes Anlagenergebnis in Höhe von 4,8 Mio. Franken oder 2,1 Prozent des Anlagevolumens. Das Rückversicherungsgeschäft mit den Gruppengesellschaften verlief auch 2011 negativ. Nach Gewinnverwendung stiegen die Reserven deutlich auf ein nun erfreuliches Niveau von 12,2 Prozent an. Mit den per 1. Januar 2012 vorgenommenen moderaten Prämienerhöhungen im Rahmen der erwarteten Teuerung für 2012 zeichnet sich für die Zukunft eine gewisse Entspannung bei den Prämien ab.

Sanitas Privatversicherungen AG (VVG)

Für die Sanitas Privatversicherungen AG war 2011 versicherungstechnisch ein gutes Jahr. Das Prämienvolumen stieg um rund 28 Mio. Franken von 451,8 Mio. Franken auf 479,4 Mio. Franken, was allerdings die steigenden Nettoleistungskosten nicht ganz kompensierte. Dafür sank der Verwaltungskostensatz um 1,9 Prozent auf tiefe 10,8 Prozent. Die Combined Ratio war mit 101 Prozent auf leicht tieferem Niveau als im Vorjahr (102 Prozent).

Das Finanzgeschäft entwickelte sich nicht unseren Erwartungen entsprechend, und das Ertragsbudget wurde deutlich verfehlt.

2011 bilanzierte die Sanitas Privatversicherungen AG erstmals nach dem von der FINMA rückwirkend per 1. Januar 2011 bewilligten Geschäftsplan. Dieser beschreibt die Bedingungen, unter welchen die Gesellschaft ihr Geschäft betreiben darf. In diesem Zusammenhang gruppierte die Gesellschaft bedeutende Rückstellungen erfolgsneutral um. Leider führten die Anforderungen an die Geschäftspläne auch zu ausserordentlichen Prämienanpassungen für einen bedeutenden Anteil unserer Kunden. Die Sanitas Privatversicherungen AG ist nun aber gut positioniert, um auch in Zukunft das wichtige Geschäft mit unseren Preference Kunden erfolgreich betreiben zu können.

Wincare Versicherungen AG (KVG)

Die Wincare Versicherungen AG verzeichnete ein bedeutend besseres Ergebnis als im Vorjahr und verstärkt damit ihre Reserven. Zwar stieg das Prämienvolumen nur um gut 3,5 Mio. Franken von 713,4 Mio. Franken auf 716,9. Mio Franken. Dafür nahmen die Nettoleistungen im Jahresvergleich um mehr als 29 Mio. Franken ab. Die Zahlungen aus dem Risikoausgleich stiegen von 156,5 Mio. Franken auf 161,2 Mio. Franken an. Der Verwaltungskostensatz sank gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht und beträgt nun 5,7 Prozent.

Das Finanzergebnis lag über den Erwartungen. Es fiel mit 8,2 Mio. Franken jedoch deutlich geringer aus als im sehr guten Vorjahr. Nach der Gewinnverwendung betragen die Sicherheitsreserven KVG nominal 113,4 Mio. Franken. Im Verhältnis zum leicht gesteigerten Prämienvolumen stiegen die Reserven von 8,4 Prozent auf 14,2 Prozent des Versicherungsertrags. Mit den per 1. Januar 2012 durchgeführten moderaten Prämienerhöhungen bleibt dieser Wert 2012 voraussichtlich im nun erreichten Rahmen.

Wincare Zusatzversicherungen AG (VVG)

Nach einer Reihe finanziell äusserst erfolgreicher Jahre spürte auch die Wincare Zusatzversicherungen AG 2011 die Wirren auf dem Finanzmarkt und schloss aufgrund des ungenügenden Finanzergebnisses das Jahr deutlich negativ ab. Das Prämienvolumen blieb 2011 stabil bei rund 220 Mio. Franken, während die Netto-Versicherungsleistungen um mehr als 4 Mio. Franken von 175,5 Mio. Franken auf 179,9 Mio. Franken stiegen. Der Verwaltungskostensatz verbesserte sich 2011 von 10,1 Prozent auf tiefe 9,8 Prozent. Die Combined Ratio verschlechterte sich aufgrund von Zuweisungen zu den Alterungsrückstellungen um 3 Prozent auf 100,2 Prozent. Die Solvenz der Wincare Zusatzversicherungen AG bleibt auf einem hervorragenden Stand.

Compact Grundversicherungen AG (KVG)

Die Compact Grundversicherungen AG schloss bereits ihr drittes Betriebsjahr ab. Die Prämieneinnahmen stiegen dank des Kundenzuwachses per 1. Januar 2011 deutlich und erreichten 120 Mio. Franken. Das versicherungstechnische Resultat konnte dank eines tiefen Schadenaufwandes pro Versicherten und der Rückversicherung mit der Sanitas Grundversicherungen AG leicht positiv gestaltet werden. Die Compact Grundversicherungen AG konnte die Verwaltungskosten inkl. Abschreibungen aus vorfinanzierten Start-up-Kosten erstmals vollständig selbst finanzieren. Die Combined Ratio betrug nach Rückversicherung 97,4 Prozent und ist damit deutlich tiefer als im Vorjahr.