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Finanzielle Nachhaltigkeit

Mit dem Versicherungsabschluss geht Sanitas gegenüber ihren Kundinnen und Kunden eine langfristige Verpflichtung ein. Finanzielle Nachhaltigkeit verlangt, dass Sanitas diese Verpflichtungen stets mit hoher Sicherheit erfüllen kann. Die Massnahmen zur Gewährleistung der finanziellen Nachhaltigkeit sind eng mit dem Risikomanagement von Sanitas verknüpft. Mit ihren Vorkehrungen zum Schutz der Versicherten geht Sanitas zum Teil deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und nimmt innerhalb der Krankenversicherungsbranche eine aktive Rolle ein.

Solvenzanforderungen

Solvenzanforderungen definieren Eigenmittel, die für einen Versicherer notwendig sind, um die eingegangenen Risiken mit ausreichender Wahrscheinlichkeit zu decken. Die Solvenz von Krankenversicherungen wird nach verschiedenen Methoden beurteilt. Zuerst wird nach den Bereichen soziale Krankenversicherung (KVG) und der Krankenzusatzversicherung nach VVG unterschieden.

Krankenversicherungen nach KVG müssen gemäss Art. 78 KVV für die obligatorische Krankenversicherung eine minimale Sicherheitsreserve in Prozenten der geschuldeten Prämien stellen. Artikel 12 des Entwurfs zum Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung verlangt neu, dass die Versicherer zur Sicherstellung der längerfristigen Zahlungsfähigkeit im Bereich der sozialen Krankenversicherung basierend auf den eingegangenen Risiken ausreichende Reserven bilden. Sie müssen dabei insbesondere Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken berücksichtigen. Diese Regelung trat per 1. Januar 2012 in Kraft. Dabei gilt eine Übergangsfrist bis 2017, während derer die Sicherheitsreserve nach Art. 78 KVV als Solvenzuntergrenze gilt.

Krankenversicherungen, die das Zusatzversicherungsgeschäft betreiben, sind verpflichtet, die Solvenzanforderungen gemäss dem VAG vom 17. Dezember 2004 zu erfüllen. Dabei muss das Versicherungsunternehmen über ausreichende freie und unbelastete Eigenmittel bezüglich seiner gesamten Tätigkeit verfügen (Solvabilitätsspanne). Die Details sind in der AVO vom 9. November 2005 geregelt. Die Solvabilität wird nach Massgabe des Geschäftsumfangs und der anrechenbaren Eigenmittel (Solvabilität 1) sowie nach der Massgabe der Risiken, denen das Versicherungsgeschäft ausgesetzt ist (Schweizer Solvenztest SST), ermittelt.

Die Sanitas Gesellschaften erfüllen die resultierenden Kapitalanforderungen per 31. Dezember 2011 ohne Einschränkungen.

Anlagestrategie

Der Verwaltungsrat ist auf Antrag der Geschäftsleitung für die Anlagestrategie verantwortlich. Diese beruht auf dem Asset-and-Liability-Konzept, welches verlangt, dass Kapitalanlagen (Assets) und Verpflichtungen (Liabilities) bezüglich Eigenschaften wie Risikograd, Fristen usw. aufeinander abgestimmt werden. Zur Bewertung des Gesamtrisikos des Anlageportfolios wendet Sanitas unter anderem die Value-at-Risk-Methode und die Expected-Shortfall-Methode an.

Versicherungstechnik

Versicherungstechnische Analysen schaffen die Grundlage, um für die verschiedenen Versicherungsprodukte adäquate Prämien zu berechnen. Zudem muss Sanitas vorausschauend Reserven und Rückstellungen anlegen, die dem Umfang ihres Versichertenbestandes und den versicherten Risiken entsprechen. Diese Aufgaben liegen im Kompetenzbereich des Sanitas Aktuariats. Sanitas stellt sicher, dass die Methoden, die zur Festlegung der Rückstellungen angewandt werden, stets den neusten aktuariellen Standards entsprechen.